Das Risiko ist immer auch Chance

Inhaltsübersicht:

In den frühen Phasen eines (IT-)Projektes sollte bei allen Projektbeteiligten ein Verantwortungsbewusstsein für die erfolgreiche Durchführung des Risikomanagements aufgebaut werden. Dieses Ziel wird aber durch mangelndes Budget und unzureichende Risikokultur im Unternehmens nur selten erreicht.

Die Folge sind zeit- und kostenintensive Probleme, die hätten verhindert werden können. Die Praxis zeigt immer wieder: Für eine hohe Ergebnisqualität in Projekten ist professionelle Methodenunterstützung notwendig.

Im Projektgeschäft wird oft der dritte Paragraph des Rheinischen Grundgesetzes angewendet. „Et hät noch immer jot jejange!“ Mutmaßlich haben viele Mitarbeiter noch keine Bekanntschaft mit dem berühmten Gesetz des amerikanischen Ingenieurs Edward A. Murphy gemacht, der das absolute Gegenteil konstatiert: „What ever can go wrong will go wrong.“

Beide Arten von Risiko werden durch diese Sichtweisen angedeutet. Denn Risiko ist nicht nur die Möglichkeit, dass unerwünschte Ereignisse eintreten, sondern auch die Möglichkeit, dass gewünschte Ereignisse nicht eintreten. Der Volksmund bewertet das Eintreten beider Möglichkeiten mit der Formel: Hat man kein Glück, kommt auch noch Pech dazu. Murphy in seiner reinsten Form.

Ursache für Projektschieflagen ist ein hartnäckiges Missverständnis. Zwei Begriffe werden sinnverwandt benutzt, besitzen aber unterschiedliche Bedeutungen. Die beiden Begriffe sind Problem und Risiko. Allein der korrekte Umgang mit diesem ungleichen Paar, ermöglicht ein seriöses und erfolgreiches Risikomanagement.

Denn Risiko ist per Definition erst einmal nur die Möglichkeit, dass es ein Problem geben könnte. Das Risiko ist dem Problem vorgelagert. Bleibt es früh im Projekt unbeachtet und tritt schließlich ein, dann ist es zu einem Problem geworden. Das Risikomanagement darf nicht erst zu diesem Zeitpunkt starten.