Der digitale Euro im programmierbaren Zahlungsverkehr

Inhaltsübersicht:

Die Innovationen rund um Industrie 4.0 und Internet der Dinge (IoT) werden die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren nachhaltig verändern. Die Digitalisierung und Automatisierung beschleunigt dabei auch den Wandel des Finanzsektors. Denn die digitalisierten und automatisierten Geschäftsprozesse sind nur möglich im Rahmen effizienter und kostengünstiger Methoden zur Zahlungsabwicklung.

Dies umfasst auch die Anweisung von Kleinstbeträgen (Micropayments) insbesondere im Anwendungsbereich Maschine zu Maschine (M2M). Gleichzeitig eröffnen sich weitere Geschäftsfelder zur Abwicklung grenzüberschreitender Wirtschaftsleistungen, wie z.B. die kryptografische Tokenisierung von Vermögenswerten und die sich daran anschließende Möglichkeit nutzungsgebundener Geschäfte (pay per use). Damit verbunden ist die weltweite Vernetzung von Produktionsmaschinen und bisher voneinander isolierten Lieferketten über derzeitige Branchengrenzen hinaus.[1]

Das konventionelle Zahlungssystem SEPA ist für diese Herausforderungen nur bedingt ausgelegt, da stets ein Intermediär benötigt wird zur Bestätigung der Zahlung. Der Transfer findet nicht direkt von A zu B statt (peer to peer), sondern zwischen den Banken des Zahlungsabsenders und des Zahlungsempfängers – im Hintergrund übernehmen Clearinghäuser die finale Abwicklung zwischen den beteiligten Kreditinstituten.

"Zahlungssysteme wie SEPA können derzeit keine Maschinenidentitäten abbilden und somit durch IoT-Geräte initiierte Transaktionen nicht zuordnen."[2] Für das Auslösen von Zahlungsaufträgen wird eine menschliche Interaktion benötigt. Noch fehlen langfristig erprobte Standards für M2M-Zahlungen, die eine vollständig automatisierte Verarbeitung abbilden können und regulatorisch konform sind.

Prozessschema des SEPA-Zahlungsverkehrs

SEPA-Zahlungsverkehr – ProzessschemaBildquelle: Finanzplatz München Initiative
"Der programmierbare Euro", 2021, S. 4