Testmanagement in der Praxis: Drum prüfe, wer den Fehler findet

Inhaltsübersicht:

Zwischen den Welten

Als Testmanager sitzt man an einer Schnittstelle zwischen Technik, Fachlichkeit und Kunde. Man muss auf der einen Seite nicht nur verstehen, was der Entwickler macht und unter Umständen auch mal Quellcode lesen können, sondern auch im kommunikativen Bereich sehr gute Fähigkeiten besitzen.

Sich mit den Technikern austauschen zu können und zu wissen wie Anwendungen und Infrastrukturen aufgebaut sind, um bei Fehlersuche erfolgreich zu sein, gehört ebenso zu den Herausforderungen wie gegenüber der Projektleitung und den Kunden aussagekräftig zu sein. Dabei sind die wichtigsten Informationen so zu formulieren, dass die entsprechenden Partner zwar gut informiert sind, aber auch nicht mit Details überfrachtet werden, falls es technische Probleme gibt.

Als Testmanager sollte man gerne ausprobieren, sich „reinfuchsen“ und das Terrain erforschen wollen. Gerade beim Testen einer komplexen Anwendung ist es erforderlich, den Problemen stringent hinterherzugehen. Die Fehlersuche sollte dabei mit der letzten Konsequenz und einer gesunden Portion Skepsis betrieben werden. Frustriert aufzugeben hilft keinem im Projekt weiter.

Zum Testmanager gehören auch Eigenschaften wie Neugier, Abenteuerlust und Hartnäckigkeit, denn man muss die Kollegen auch mal nerven können, wenn Termindruck herrscht. Man muss sich darüber hinaus proaktiv einbringen wollen und seine Arbeit selbst suchen.

Um ein Lösung zu finden, muss man auch mal unkonventionelle Wege gehen. Denn nicht immer lässt sich der Fehlerteufel mit den Lehrbuchmethoden aufspüren. So optimiert man die Prozesse beim Kunden in kleinen Schritten für sich und sein Arbeitsumfeld.

Da man als Testmanager eigentlich immer in zu knappen Zyklen arbeiten muss, sollte man ein Gefühl dafür entwickeln, an welchen Stellen eine Anwendung besonders fehleranfällig ist. Gerade im Bereich der Schnittstellen zu anderen Anwendungen schaut man besser zweimal hin.

Das Schöne am Testmanagement ist, dass es mit den Jahren immer mehr Spaß macht, weil man inzwischen über Erfahrungen verfügt, auf eine erprobte, strukturierte Vorgehensweise zurückgreifen und trotzdem seine Neugier weiterhin ausleben kann.