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Münster im KI-Fieber – und wir mittendrin

Verfasst von Florian Behrendt   //  
Verfasst von Florian Behrendt
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Die data:unplugged ist noch jung – und das merkt man ihr an. Im dritten Jahr ihres Bestehens lässt sie die Anfänge im Skaters Palace hinter sich, um in der MCC Halle Münsterland anzukommen. Wir durften diese neue Atmosphäre mit über 10.000 Besuchern und Besucherinnen sowie mehr als 200 Speakern auf fünf Bühnen hautnah erleben. 

Was die data:unplugged von vielen vergleichbaren Events unterscheidet, ist ihr Selbstverständnis. Hier geht es nicht nur darum, Folien anzusehen und pflichtbewusst Visitenkarten auszutauschen. Die Veranstaltung nimmt ihren Festival-Charakter ernst: Zwischen Keynotes, Masterclasses und Expo-Fläche entsteht eine ganz besondere Atmosphäre.

Das Themenspektrum am 26. und 27. März war erwartungsgemäß breit: Agentic AI, KI-Ethik, Datenstrategie, Prozessautomatisierung, Large Language Models in der Praxis. Die Bühnen füllten sich mit Namen, die in der Szene Gewicht haben – von Branchenführern bis hin zu Forschenden, die zeigen, was hinter den Marketing-Versprechen steckt.

Fünf Bühnen, vierzig Masterclasses – und die Qual der Wahl

Fünf Bühnen, über 200 Speaker und über 40 Masterclasses – das klingt nach Fülle, und das ist es auch. Besonders die Masterclasses haben positiv überrascht: Hier gab es echte Deep Dives, die über das übliche Konferenzformat hinausgingen. Wer hier gezielt ausgewählt hat, wurde mit praxisnahen Einblicken belohnt.

Gleichzeitig darf man sagen, dass die Veranstaltung noch jung ist – und an manchen Stellen merkt man das. Die Vorträge auf den verschiedenen Stages sind nicht immer aufeinander abgestimmt, was die eigene Tagesplanung zur kleinen Herausforderung macht.

Und wer sich noch mehr technischen Tiefgang wünscht, wird feststellen, dass die Breite des Programms manchmal auf Kosten der Tiefe geht. Beides sind Wachstumsschmerzen, die zu einem Format passen, das gerade dabei ist, sich zu finden – mit beeindruckendem Tempo.

Eine bekannte Adresse auf fremdem Terrain

Ein fester Programmpunkt waren die Vorträge der Finanz Informatik. Mit Spannung verfolgten wir die Auftritte unseres Kunden. In mehreren Sessions gaben sie Einblicke in ihre KI-Strategie, die über das hinausgingen, was man auf einer Fachkonferenz typischerweise zu hören bekommt.

Die Beiträge zeigten, wie ein Unternehmen dieser Größe und Regulierungsdichte das Thema KI nicht als Spielwiese, sondern als ernsthaftes strategisches Projekt begreift – mit einer eigenen souveränen KI-Plattform, konkreten Use Cases und einem Bewusstsein dafür, was in einem regulierten Umfeld tatsächlich umsetzbar ist.

Fazit: Lohnt sich der Weg?

Ja, Münster ist immer eine Reise wert. Die data:unplugged ist (noch) keine perfekt kuratierte Konferenz mit durchgetaktetem Programm. Sie ist ein lebhaftes, wachsendes Format, das gerade dabei ist, seine eigene Größe zu verdauen.

Wer das weiß und sich entsprechend vorbereitet – mit einer losen Tagesplanung, Puffern und der Bereitschaft, spontan abzubiegen – wird gut unterhalten und mit neuen Eindrücken rund um das Thema KI nach Hause fahren.