Was ist neu am E-Geld der Zentralbanken?

Inhaltsübersicht:

Die bestehende Systemlandschaft

Um den Geldwert vom Zahlenden auf den Zahlungsempfänger zu übertragen, müssen von beiden Parteien elektronische Zahlungssysteme verwendet werden, die sich nach Land und Währung unterscheiden können.

Die Europäische Union hatte mit der Initiative für einen einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (SEPA) die Euro-Banküberweisungen dahingehend vereinfacht, sie so schnell und kosteneffizient wie inländische Überweisungen zu gestalten.

Zu den darunterliegenden grenzüberschreitenden Zahlungsinfrastrukturen gehören z.B. das Interbanken-Überweisungssystem des Euroraums namens TARGET2, das Continuous Linked Settlement (CLS) System oder das Clearing House Automated Transfer System (CHATS) in Hong Kong.

Die meisten grenzüberschreitenden Zahlungen werden dabei über ein historisch gewachsenes Korrespondenzbankennetzwerk abgewickelt, das seit etwa zehn Jahren auf dem Rückzug ist.

corrspondent banking landscape(Bildquelle: BIS Quaterly Review, März 2020, S. 40)

Etwa 11.000 Finanzinstitutionen in über 200 Ländern nutzen dabei das SWIFTNet, der in Belgien ansässigen Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication (SWIFT). Die Organisation wurde bereits 1973 mit der Vision gegründet, weltweit Dienstleistungen auf Basis einer gemeinsamen Sprache für internationale Finanznachrichten anzubieten.

Um diese Idee zu verwirklichen, spielten die Erarbeitung und Überprüfung globaler Standards für Finanznachrichten und Referenzdaten die wichtigste Rolle. Ein bekanntes Beispiel dieser Standards ist der achtstellige ISO 9362 Business Identifier Code (BIC), der zur Identifizierung von Geschäftsparteien verwendet wird.

Eine Reihe von Kostenfaktoren wie Devisen- und Telekommunikationskosten sowie System- und Interbankengebühren beeinflussen seitdem die Bereitstellung von grenzüberschreitenden Zahlungen. Insbesondere sind hier die Rechts-, Regulierungs- und Compliance-Kosten deutlich höher als bei inländischen Transfers.