Mit PSD2: Zugang zum heiligen Gral

Inhaltsübersicht:

Open Banking und die Zukunft der Banken

Aus der Perspektive des Geschäftsmodells der Banken sind die neuen APIs Teil des Open-Banking-Konzepts, was nicht weniger als eine gewaltsame Revolution des Bankengeschäfts bedeutet.

Open Banking soll die Banken gewissermaßen zu ihrem Glück zwingen, wenn es um Fragen der Digitalisierung geht. Statt geschlossener Systeme sollen Transparenz und Netzwerkorientierung die treibenden Kräfte eines Open Banking werden. Häufig wurden im Rahmen von Disruptionen ganze Branchen obsolet.

Prominente Beispiele sind die Digitalfotografie, die den Branchenprimus der chemischen Fotografie, Kodak, in den Ruin trieb. Aktuell schicken sich Streamingdienste wie Netflix an, das Studiosystem in Hollywood zu ersetzen, nachdem sie schon den Heimatmarkt der Videotheken ausgelöscht hatten.

Dies liegt vor allem am sogenannten Plattform-Kapitalismus, der sehr schnell Marktanteile erobert und Netzwerk-, Skalen- und Verbundeffekte nutzt, um sich eine Monopolstellung zu verschaffen. In diesen Märkten gilt umso mehr: the winner takes it all.

PayPal und Amazon vergeben bereits jetzt kleine Kredite an Händler und die anderen Big Techs aus den USA und China wie Google, Apple, Alibaba oder Tencent beginnen ebenfalls in den Bezahlmarkt einzusteigen.

Die Perspektive vieler Banken, dass das P in PSD2 für Pain (Schmerz) steht, ist also zu kurz gedacht. Vielmehr geht es um notwendige Anpassungen, mit denen die Banken ihre bisherige Rolle verabschieden und sich einer API-Economy zuwenden.

In dieser können die Banken ganz unterschiedliche Positionen einnehmen, vom Zulieferer für FinTechs, über Plattformlösungen, die Instant Payment ermöglichen, bis hin zu Infrastructure as a Service (IaaS) Lösungen, in der die Banken die Taktgeber des digitalen Finanzökosystems bleiben.