Schnelles Umschaltspiel – Banken zwischen Finanzaufsicht und Fintechs

Inhaltsübersicht:

Die BaFin treibt die Banken mit Regularien vor sich her. Bei den Fintechs drohen sie den Anschluss zu verlieren. Der Schlüssel zu beiden Problemen ist ein gutes Datenmanagement. Was die Finanzinstitute dabei von Amazon lernen können.

Die Finanzkrise hallt auch knapp zehn Jahre später noch nach in der Bankenwelt. Das sichtbarste Symbol sind die neuen Leitlinien, die im Rahmen von Basel III greifen und die Bankenwelt gegenwärtig umbauen. In der Krise zeigte sich, dass die IT zur Unterstützung des Risikomanagements vieler Geldinstitute nicht performant genug war.

Risikorelevante Informationen wurden über viele Datensilos verteilt und die Konsolidierung dieser Daten für die Steuerung finanzieller Risiken war unzureichend. Dies führte zu Fehlbewertungen mit den bekannten Folgen. Darüber hinaus bereitet es Banken erhebliche Probleme, vermeintlich gleichlautende Risikokennzahlen des internen und externen Risikomanagements abzugleichen.

Im Nachgang zur inhaltlichen Regulierung des Risikomanagements, fokussiert sich die Aufsicht nun auf die Datenverwendung und -struktur sowie das Datenqualitätsmanagement, bekannt als BCBS 239.

Kurz gesagt geht es um die Auflösung von Datensilos, die Vermeidung von zumeist nicht ausreichend dokumentierter und leicht zu manipulierender individueller Datenverarbeitung (IDV) zugunsten eines Single-Point-Of-Truth für relevante Daten. Die Aggregation der Daten soll nachvollziehbar und hochautomatisiert erfolgen. Schließlich soll die Berichterstattung ebenso für den Stress- und Krisenfall wie auch für Ad-hoc-Anfragen verfügbar sein.

Neben der Gefahr, die von der Aufsicht geforderte Compliance in Bezug auf eine Data Governance nicht schnell genug zu erreichen, lauern bereits weitere Gefahren.