PMI vs. Scrum: Staffellauf oder Rugbyspiel?

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Im Projektgeschäft fordern die Kunden messbare Aussagen. Dabei ist zu Projektbeginn oft unklar, welches Ergebnis entstehen soll. Korrekte Aufwandsschätzungen bei gleichzeitiger Zielunsicherheit werden immer seltener. Mit dem ewig gleichen Ende: Das Projekt wird teurer, dauert länger oder scheitert gänzlich.

Dabei könnte durch den Einsatz verschiedener Steuerungswerkzeuge das Zielszenario schneller deutlich werden. Wir haben PMI und Scrum miteinander verglichen und dabei festgestellt: Der wesentliche Unterschied besteht in der Zeitdauer der Iterationen.

Was beim Bau eines großen Hauses funktioniert, das geht bei IT-Projekten schon lange. So oder ähnlich denken manche Projektmanager, wenn sie große Softwareentwicklungen angehen. Und setzen vertrauensvoll auf bekannte Managementmethoden. Die Bauherren großer Gewerke haben gut geplante Projekte vor Augen, Werkzeuge wie PMI kommen zum Einsatz. Durch die Projektplanung und die Modelle des Architekten wissen sie genau, wie das Bauwerk gen Himmel wächst. Meistens jedenfalls - siehe Berliner Flughafen.

Wenn alles bis zur letzten Steckdose geplant werden muss, bieten sich lineare Projektvorgehen geradezu an. Die klassische Methodik ermöglicht eine weltweit standardisierte und erprobte Durchführung, verwendet stets dieselbe Terminologie und kann große Projekte branchenunabhängig strukturieren.

Themen werden linear und wasserfallartig geplant, Teilprojekte werden initialisiert, Anforderungen erhoben, Pläne gemacht und Konzepte geschrieben. Schließlich erfolgen Phasen der Umsetzung, Kontrolle und Übergabe. Und am Schluss haben alle Beteiligten (hoffentlich) viel dazu gelernt. Sie nehmen sich dann vor, es beim nächsten Mal noch besser zu machen.

So bekommt ein Staffelläufer den Stab vom anderen. Und alle laufen vorher festgelegte Strecken. Sie müssen dabei keine weitreichenden Entscheidungen treffen oder Fragen beantworten wie:

  • Wie soll das Projekt ablaufen und welche Abhängigkeiten bestehen?
  • Welche Arbeitspakete werden mit wie viel Aufwand und in welcher Reihenfolge bearbeitet?
  • Welche Ressourcen kommen zum Einsatz und wie wird deren Einsatz kontrolliert?

Meterweise Aktenordner inklusive. Doch finden sich in den Unterlagen „nur“ organisatorische Belange. Angaben zum Gemäuer sind nicht verzeichnet. Man erfährt „nur“ wie der Prozess rundherum organisiert ist. Der Kunde gewinnt an Sicherheit bezüglich des Gesamtaufwandes, verliert aber den Produktnutzen aus den Augen.

pmi